Kleines Manko dieser Ausreden, die ich gerne zur freien Verfügung stelle: Sie sind schwach, denn ich habe sie alle entkräftet:
1.) Ich kann nicht joggen, weil ich zu schwach bin.
( Die Kraft zum Joggen kommt erst nach ein paar Wochen regelmäßigem Training. Also: Erstmal 14 Tage Laufen, dann erübrigt sich die Ausrede von selbst.)
2.) Ich muss noch was Süßes essen, weil ich so traurig bin.
( Süßes macht nicht glücklich, also hilft es nicht gegen Traurigkeit. Traurigkeit kommt und geht meistens von allein. Wenn sie mal länger anhält: Unbedingt herausfinden, was dir alles Freude bereitet, und das dann vermehrt tun.)
3.) Ich kann heute keinen Sport machen, weil ich so lange gearbeitet habe.
( Sport ist gut gegen Stress, und in der Arbeit hat man doch nicht genug Bewegung, also ist es nach einem langen Arbeitstag umso wichtiger, noch zu laufen. )
4.) Heute ist Wochenende, heute tut kein Mensch was, also muss ich auch nicht joggen.
( Dann bist du heute eben in der Minderheit. Auf jeden Fall tut dir Sport gut. Außerdem kannst du immerhin noch vor dem Sport und nach dem Sport stundenlang nichts tun.)
5.) Ich hab Alkohol getrunken und bin jetzt zu angetrunken, um Sport zu machen.
( Also ich bin an Silvester nach 4 Gläsern Bowle noch gejoggt – das ging super! Trotz 10 cm Neuschnee bin ich meine 3 km durchgelaufen!)
6.) Ich hab gestern gesoffen und hab heute noch Restalkohol und kann deshalb nicht laufen.
( Doch, doch, geht auch! Okay, man fühlt sich etwas schwächer und schwindlig – vielleicht am besten Aspirin vor dem Laufen nehmen oder ein Herz-Kreislauf-Mittel – ich bin übrigens kein Arzt, also diesen Tipp ohne Gewähr! Bin an Neujahr auch mit Restalkohol gelaufen, und hab beim mittleren Kilometer einfach nen Gang zurückgeschalten.)
7.) Es ist zu kalt, da kann ich nicht laufen, da frier ich mir doch alles ab.
( Das gilt nicht. Wofür gibts denn schließlich Strumpfhosen/ lange Unterhosen, Mützen/ Stirnbänder, Handschuhe, atmungsaktive Jacken? Und nach ein paar Minuten Laufen ist es eh warm genug!)
8.) Es regnet, da werde ich doch krank, wenn ich jetzt joggen gehe.
( Gar nicht! Einem gesunden Körper macht das gar nichts aus, schließlich ist man ja nicht lange weg und zieht sich danach aus und duscht warm. Okay, der Regen in den Augen nervt etwas, aber das geht schon. )
9.) Es ist zu heiß, da bekomme ich doch nen Sonnenstich, wenn ich jetzt noch jogge.
( Im Sommer bietet es sich an, morgens bei Sonnenaufgang zu joggen, oder, weil ich auch morgens nicht so gut laufen kann, dann abends kurz vor dem Ins-Bett-gehen. Ansonsten kann man ja auch noch schwimmen – bei Überfüllung des Freibads schwimmt man eben im nächsten Badesee!)
10.) Der Tag ist schon vorbei, jetzt habe ich ganz vergessen, Sport zu machen, jetzt ist es schon zu spät.
( Gilt nicht. Sofort los jetzt! Es ist nie zu spät! Und damit du das morgen nicht wieder vergisst: Terminkalender, Termin-App, Klebezettel, Handy-Wecker, Wecker, was auch immer stellen.)
11.) Ich hab die Kalorien gar nicht gezählt. Ist mir erst jetzt aufgefallen, dass ich schon über meinem heutigen Bedarf bin.
( Dafür gibt es doch den Kalorienrechner, siehe letzten Blog-Eintrag. Wenn man sich das erst mal angewöhnt, kann man das nicht mehr vergessen. Bei dem Rechner kann man auch Lebensmittel eingeben, die noch nicht aufgelistet worden sind. Auf den meisten Lebensmitteln stehen die Kalorien eh drauf.)
12.) Eigentlich will ich ja gar nicht so dünn werden, das ist doch krank, wie diese Models heutzutage aussehen!
( Du sollst ja auch nicht sooo dünn werden, nur Normal- oder Idealgewicht haben, weil du dann gesünder und zufriedener lebst.)
13.) Ich will doch gar nicht wirklich eine feste Beziehung haben, also brauch ich mich auch nicht für irgendjemanden hübscher machen.
( Machs einfach für dich selbst. Du wirst dich so viel wohler fühlen.)
14.) Jetzt hab ich schon wieder zu sehr zugeschlagen (Sahnetorte, Chips, Pommes etc.), das lohnt sich nicht mehr, dieses Jahr noch mit der Diät weiter zu machen. Ich probiers nächstes Jahr nochmal.
( Quatsch! Das ist der schlimmste Grund, mit der Umstellung auf ein gesünderes Leben aufzuhören. Ein Rückfall ist noch lange kein Grund zum Aufgeben!)
15.) So ein Mist. Leider hab ich noch Süßes im Kühlschrank. Das muss weg!
( Erstes muss es nicht gegessen werden. Man kann es auch verschenken oder der Tafel spenden oder entsorgen. Zweitens muss es nicht sofort weg, sondern man kann es sich auch auf ein paar Tage oder Wochen aufteilen. Oder man kauft erst gar nichts Süßes mehr!)
16.) Mist, ich hab wieder Süßes/ Kalorienreiches gekauft. Jetzt muss ich es auch essen.
( Nein! Umkehren und sofort umtauschen! Oder verschenken! Aus dem Haus damit! Das darf nur im Haus bleiben, wenn du dir das sinnvoll einteilen kannst, so dass du nicht über deinen Tagesbedarf an Kalorien kommst!)
17.) Ich wurde zu einer Party eingeladen. Ich kann gar nichts dafür. Ich konnte nicht nein sagen.
( Böser Fehler! Es ist nicht unhöflich, bei einer Einladung nur Kalorienarmes zu essen oder nur kleine Portionen von Kalorienreichem! Und wenn du doch mal zu sehr zugeschlagen hast, wär es doch am besten, am nächsten Tag weniger zu essen und/ oder mehr Sport zu machen.)
18.) Ich hab keine Zeit für Sport.
( Schmarrn! Die Zeit muss man sich einfach nehmen. Und wenn man in der Mittagspause läuft! Es reicht ja auch mal vorübergehend, sich dann in der Arbeit nur kurz am Waschbecken zu waschen – duschen kann man ja auch abends. Oder man joggt direkt nach Feierabend – so kann ich das am besten, weil ich da eh noch aufgeputscht bin und der Kreislauf in Schwung ist. Oder man steht morgens 40 min. früher auf.)
19.) Ich hab Kinder. Ich kann ja schließlich nicht die Kinder allein lassen.
( Also solange die noch gaaanz klein sind, kann man sie super im “Jogger” spazierenfahren – der Wagen ist extra dafür gemacht. Zwei Kinder – auch verschiedenen Alters – passen wunderbar in den Zwillingsjogger. Wenn eins davon schon zu groß dafür ist, muss man ihm Fahrrad fahren beibringen – am besten, indem es erstmal mit dem Laufrad lernt. So war das bei meinen Jungs – es war ideal!)
20.) Ich kann nicht, ich bin zu müde.
( Ganz einfach, geh einfach schneller joggen, dann kommst du früher ins Bett.)
21.) Es ist ja schon kurz vor Mitternacht, jetzt brauch ich nicht mehr joggen gehen, das mach ich morgen.
( Nix da! Auch wenn du erst um 1 Uhr früh bemerkst, dass du noch nicht joggen warst: Der Zeitpunkt, wann du es tust, ist genau JETZT! Schließlich schläfst du dann auch viel tiefer, was viel mehr wert ist, als die halbe Stunde länger zu schlafen.)
22.) Jetzt hab ich mich schon geduscht und angezogen, jetzt kann ich doch nicht mehr joggen gehen!
( Natürlich geht das noch, einfach schicke Kleidung aus, Jogginganzug an, und nach dem Laufen Ultra-Kurz-Duschen. Man muss doch nicht immer 20 Minuten duschen.)
23.) Ich hab Bauchweh.
( Wirklich? Kein Wunder, wenn man so viel isst! Aber durch langsames Joggen geht das Bauchweh wieder weg. Und wenn es nach dem Joggen noch nicht weg ist, dann einfach Wärmflasche und Kamillentee.)
24.) Ich ess doch gar nix Süßes. Keine Ahnung, wieso ich so nen Bauch hab.
( Vermutlich sind es dann andere kalorienreiche Sachen – Alkohol, Fetthaltiges, zu viele Kohlenhydrate, Fruchtsäfte oder zuckerhaltige Getränke? Einfach mal die Kalorien für ein paar Tage notieren. Solange es keine Stoffwechselerkrankung ist – in dem Fall den Arzt fragen – gibts einen Grund für die überzähligen Kilos!)
25.) Ich bin ja bloß so dick geworden, weil ich aufgehört hab zu rauchen. Und lieber bleib ich so dick, als wieder mit dem Rauchen anzufangen.
( Suchtverhalten ist zwar eine Erklärung, aber keine Entschuldigung. Abgesehen von einer Therapie kann man auch einfach versuchen, den eigenen Schweinehund zu besiegen – schon kleine Siege geben wieder mehr Selbstvertrauen und Zuversicht, und schon kann man die Vorsätze leichter umsetzen. Der erste Schritt ist immer, dass man wirklich will!)
26.) Ich will aber nicht.
( Es gibt immer Dinge, die wir machen müssen, ohne zu wollen. Wenn dir dabei als eines der ersten Dinge “abnehmen” oder “Sport machen” einfällt, dann liegt das sicher mit daran, dass du Essen als Ersatzbefriedigung für etwas siehst – für Zuwendung, Bestätigung, Lob, Frieden, als Ausgleich gegen Kritik und Unzufriedenheit. Essen ist aber in erster Linie nur einfach Zufuhr von Energie, Vitaminen, Mineralstoffen, Ballaststoffen, usw., erst zweitrangig zählt auch der Genuss beim Essen, wobei der Genuss auch einfach durch optisch schöne Gestaltung und geschmackstechnisch durch Abwechslung und Gewürze gewährleistet werden kann. Dass Sport anfangs keinen Spass macht, ist logisch. Ohne Kondition ist es einfach anstrengend und verursacht Unwohlsein. Diese Anfangsphase dauert einfach ein paar Tage oder auch Wochen. Sinnvoll ist, die beste Musik auf MP3 dabei zu hören. Und: Es hilft, wenn man verschiedene Sportarten austestet. Nicht für jeden ist Joggen das Beste. Schwimmen, Bergwandern, schnelles Radeln, tanzen, egal was: Es geht darum, dabei Energie zu verbrennen und Muskeln aufzubauen. Und die frische Luft ist auch wichtig. Wenn man sich erstmal dran gewöhnt hat, wird es von Tag zu Tag leichter. Dann wird die Einstellung dazu positiver, und dann wird es noch leichter.)
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… viel Glück bei der Umstellung auf ein gesundes Leben! Freue mich über Fragen und Anmerkungen!
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